06.11
Standards in AutoCAD 2009
In unserem Alltag werden wir oft mit nicht standardisierten CAD Daten konfrontiert. Die Stapelweise Standardsprüfung und der Werkzeugkasten “CAD-Standards” des AutoCAD sind eine hervorragende Hilfe beim Einhalten von Standards. Ich starte hiermit eine kleine Serie von Artikeln, in denen diese Features anhand von einfachen Beispielen erklärt werden. Als Einstieg erwähne ich gerne die Wichtigkeit von CAD Richtlinien, Vorlagen und die nötige Unterstützung aus den Chefetagen.
Obwohl über das Thema sehr viel geschrieben werden kann, habe ich mich möglichst kurz gehalten.
CAD Richtlinien
Die Verwendung von CAD Richtlinien ist nicht mehr wegzudenken. Wieso? Mit standardisierten Daten seid Ihr schnell. Mit einfachen Skripten oder mit dem Aktionsrekorder wird Zeit gespart. Solche einfache Programme helfen nur wenn sie an standardisierten Daten appliziert werden.
In der Schweiz verwenden die meisten Firmen der Baubranche die SIA Layerorganisation. In den USA wird der U.S. National CAD Standard oft verwendet. Aber eigentlich, es spielt keine Rolle welche Richtlinie verwendet wird. Die Hauptsache ist: CAD Richtlinien sind notwendig.
Die Verwendung von Richtlinien in einem Bauprojekt muss vertraglich festgehalten werden. Die Regelung ist sattelfest, erfüllt den Zweck und die Projektbeteiligten halten sich daran. Vorteilhaft ist, wenn viele Firmen immer die gleiche Richtlinie verwenden. Ich habe mich während meiner Arbeit möglichst an die vereinbarten Richtlinien der Projekte gehalten. Ich muss zugeben, es gibt einfache und komplexe Regelungen. Einfache jedoch zweckmässige Richtlinien sind heute sehr gefragt.
Die Unterstützung aus der Geschäftsleitung ist ebenfalls sehr wichtig. Durch Massnahmen im Datenaustausch gewinnt Ihr Zeit, und alle Chefs unterstützen dies. Als Auftragnehmer, wenn ihr die fertigen CAD Daten immer richtig beim Auftraggeber abliefert, so bleiben die Aufträge eher bei euch. Die Verwendung von CAD Standards zwingt euch sehr direkt die eigenen Arbeitsabläufe zu optimieren, was auch gut ist. Ich gehe gerne in einem weiteren Artikel auf dieses Thema näher ein.
CAD Objekte und Standards
Seit längerer Zeit verwendet AutoCAD das Konzept von “Templates” oder Vorlagen. Die vereinbarten Standards werden in einer .dwt Datei gespeichert. Nach einigen Erfahrungen mit dem Gebrauch von Vorlagen wurde festgestellt, dass gewisse Anwender die Standards nicht immer einhalten. Die Gründe dafür sind meistens: schlechte Standards, rebellierende CAD User, Personalfluktuation, etc.
Die hier beschriebenen Features sind seit dem AutoCAD 2002 im Programm vorhanden. Primär ist für Projekte oder interne Zwecke, eine .dwt Datei notwendig. Zu einer definierten Vorlage gehören mindestens die folgenden Objekte dazu:
- Definierte Layernamen und die dazugehörigen Layereigenschaften wie: Farben, Linientypen, Linienstärken und Plotstile.
- Bemassungsstile.
- Einheiten wie Zoll,Meter, Millimeter, etc.
- Textstile.
- Definierte Layerfilter und Layerzustände.
- Layouts und Planköpfe.
- Systemvariablen die im .dwt gespeichert werden.
In der “Stapelweise Standardsprüfung” und in den “CAD-Standards” des AutoCAD sind Plugins für Bemassungsstile, Layer, Linientypen und Textstile vorhanden. Diese Elemente werden wie folgt geprüft:

Bemassungsstile: Die Namen der Bemassungsstile und deren Variablen sind in der Standardsdatei (.dws) gespeichert und Verletzungen der Variablen werden während der Prüfung erkannt.
Layer: Bei den Layer werden die Eigenschaften im Layermanager wie Layernamen, Farben, Linientypen und Linienstärken berücksichtigt. Die Layerzustände werden nicht geprüft. Es besteht trotzdem die Möglichkeit den einzelnen Objekten verschiedenen Eigenschaften zu zuweisen. Das bedeutet, ich kann einer Linie die Eigenschaft VonBlock, oder eine andere Farbe vergeben. Solche Veränderungen sind möglich und werden nicht als Standardsverletzung erkannt. Das Plugin beschränkt sich auf die definierten Eigenschaften des Layermanagers.
Textstile: Die Namen der Textstile und deren Attribute werden in der Prüfung berücksichtigt. Dazu gehören Fonts, Höhen und Effekte dazu.
Linientypen: Auch hier werden die Namen der Linientypen geprüft und vor allem ihre Beschaffenheit. Ich beziehe mich auf die Geometrie des Musters, sprich definierte Abstände und Längen der Abschnitte, etc.
Die Features werden als Kontrollprogramm beim Erhalt von Daten, bevor der Datenexport stattfindet und während des Projekts verwendet. Die “Stapelprüfung” bearbeitet mehrere Zeichnungen hingegen die “CAD Standards” nur die aktuelle. Die “Stapelprüfung” ist nicht in der Lage die Standardsverletzungen zu korrigieren, dennoch ist das erstellen eines Fehlerprotokolls möglich.
Konsistenz vor dem Export
Ich habe meine Daten soweit fertig verarbeitet. Der Kunde, eine Firma die meine .dwgs später verwaltet, erwartet meine Pläne gemäss vereinbarter CAD Richtlinie. Im Laufe der langjährigen Zusammenarbeit mit meinem Auftraggeber stellen wir fest, dass wir Beide nicht in der Lage sind die Selben Standards zu verwenden. Obwohl dies einiges erleichtern würde. Nun, weil mein Auftraggeber in seine Standards weniger Layer verwendet als ich, habe ich zu erst eine .dws Datei erstellt die, die entsprechenden Layerzuweisungen enthält. Auf diesen Schritt werde ich in einem anderen Beitrag vertiefter eingehen.
Viel wichtiger ist, dass während der Bearbeitung des Projekts meine Standards nicht bereits bei mir intern verletzt werden. Um diese Konsistenz zu garantieren ist das folgende notwendig:
- Bei jedem Projekt wird eine .dwt Datei verwendet.
- Alle Projektbeteiligten greifen auf die gleiche Vorlage zu.
- Der CAD Manager organisiert und verwaltet die Vorlagen.
Der automatische Zugriff auf die Projektvorlage wird im Profil geregelt. Mein Profil heisst zum Beispiel “MeinProjekt” und zu den Profilen gelangt man über die Optionen, oder tippt “O” und Enter in der Befehlszeile ein. Damit das Ganze funktioniert muss das Profil “MeinProjekt” im Register “Profil” der Optionen, auf aktuell gesetzt werden.
Hier die Pfadeinstellungen der Vorlage:

Es ist möglich mit einem definierten Starticon oder Startverknüpfung das gewollte Profil automatisch zu starten. Damit dies richtig funktioniert muss das gewünschte Profil bereits importiert sein.

Die komplette Zeile im Bereich “Ziel” sieht bei mir wie folgt aus:
“C:\Programme\AutoCAD 2009\acad.exe” /nologo /p “MeinProjekt”
Ein einfacher Weg um eine Startverknüpfung zu erstellen ist, eine bestehende zu kopieren und den Eintrag im “Ziel” zu ändern. Wobei nicht alle Firmen führen die Softwareinstallationen gleich aus, daher achtet auf eure Pfade.
Nun ist der Zugriff auf das richtige .dwt während dem Projekt gesichert.
Im nächsten Newsletter werde ich meine Projektvorlage mit einer Standardsdatei verknüpfen und auf die wichtigsten Funktionen der Features eingehen. So Keep the Standards alive!!
Jose De Jesus
AUGIde
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